Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen
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Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen
Vergesellschaftung von Mongolischen Rennmäusen
Allgemeines
Eine Vergesellschaftung (VG) kann aus den verschiedensten Gründen notwendig sein. Neben dem Tod eines Tieres und der Anschaffung eines neuen Partners für das verbleibende Tier kann auch ein geglückter Ausbruch aus dem Gehege und eine längere Trennung dazu führen, dass sich Rennmäuse, die bisher zusammen lebten, nicht mehr erkennen.
Aber warum muss man überhaupt vergesellschaften? Der Grund dafür liegt im „Sippengeruch“ der Rennmäuse – eine zusammenlebende Gruppe hat einen ganz eigenen Geruch, über den die Tiere in der freien Wildbahn ihre Familie von Fremden unterscheiden können. Ein anderer Geruch (der sich zB durch Tierarztbesuche mit nur einem Tier zum Teil innerhalb weniger Stunden verändern kann) führt zur Revierverteidigung und die fremde Maus wird verbissen. In freier Natur kann das Tier meist flüchten, aber im abgegrenzten Gehege führt eine solche Revierstreitigkeit fast immer zum Tod des unterlegenen Tieres, wenn der Besitzer nicht früh genug eingreift.
Am Erfolgversprechendsten sind VGs im Verhältnis 1:1. Das Alter der Tiere spielt dabei weniger eine Rolle, auch wenn ein altes und ein sehr junges Tier oft einfacher zusammenzuführen sind, als zwei alte Tiere. Abstand hingegen sollte man davon nehmen, in eine bestehende Gruppe (also ab 2 Tiere) weitere Mäuse zu integrieren. Dies KANN funktionieren, aber in Gruppen mit mehr als 2 Mitgliedern besteht immer die Gefahr, dass sie wieder auseinander bricht, oder die VG scheitert im Vorhinein und im schlimmsten Fall hat sich die bestehende Gruppe durch den Stress zusätzlich zerstritten, so dass man mehrere Einzelmäuse hat.
Methoden
Zur Vergesellschaftung gibt es verschiedene Methoden, die mehr oder weniger geeignet sind. Im Folgenden wird auf folgende Methoden eingegangen:
* Panikbox (nicht geeignet)
* VG mit Duftstoffen (nicht geeignet)
* Panikerzeugung (nicht geeignet)
* Trenngittermethode
* Kleinraummethode
Panikbox
Panikbox bedeutet, dass man die zu vergesellschaftenden Tiere gemeinsam in eine kleine Box (z.B. Transportbox) setzt, mit viel Streu und wenig Bewegungs- und Ausweichmöglichkeiten, und hofft, dass sie durch die ungewohnte Situation „vergessen“, dass der andere fremd ist.
Als alleinige Methode ist von der Panikbox Abstand zu nehmen. Die Tiere stehen unter hohem Stress und es besteht immer die Gefahr, dass sich die Mäuse beißen und schwere Verletzungen davontragen.
Duftstoffe
Da der Geruch der einzelnen Tiere die entscheidende Rolle bei einer Zusammenführung spielt, könnte man meinen, sie mit einer Parfum-“dusche“ oder anderen Gerüchen, die man auf das Fell aufbringt, austricksen zu können. Das kann zwar funktionieren, fällt aber aufgrund des empfindlichen Geruchssinns von Rennmäusen eindeutig unter Tierquälerei und ist keine Garantie, dass sich nicht doch Beißereien einstellen, sobald der Geruch wieder verflogen ist.
Panikerzeugung
Ähnlich wie bei der Panikbox wird hier davon ausgegangen, dass Stress und eine ungewohnte Situation die Tiere davon abhält, sich zu beißen. Auf die Möglichkeiten der Stresserzeugung möchten wir hier nicht näher eingehen, um Nachahmer nicht anzuregen. Eine vorsätzliche Stresserzeugung ist Tierquälerei und sollte daher als VG-Methode nicht in Betracht gezogen werden.
Trenngitter
Die VG im Trenngitter (TG) ist die sinnvollste, stressfreieste und erfolgversprechendste Methode für die Zusammenführung. Dazu braucht man ein kleines Aquarium oder ein anderes geeignetes Gehege, welches in der Mitte durch ein Gitter geteilt wird. Das Aquarium sollte insgesamt nicht größer als 60cm sein, damit die Tiere sich möglichst oft am Gitter begegnen.
Das Gitter selbst muss natürlich vollkommen ausbruchssicher sein, damit es nicht zu ungeplanten Konfrontationen kommen kann. Außerdem ist es sinnvoll, das Gitter möglichst engmaschig zu gestalten, damit beispielsweise der Schwanz des einen Tieres nicht hindurchrutscht und vom Gegenüber gebissen wird.
Die Einrichtung während der VG sollte möglichst spärlich sein: wenig Einstreu, etwas Nistmaterial, Futter, Wasser und ein kleines Sandbad zur Fellpflege.
Sind die Vorbereitungen getroffen, können die beiden Tiere jeweils auf einer Hälfte des Geheges einziehen. Aggressionen am Gitter sind in dieser Phase normal, dürfen aber nicht zu Verletzungen führen (wegen zu große Löcher im Gitter).
Nun tauscht man 1-2 Mal am Tag die Seiten, also Maus A zieht auf Seite B, und umgekehrt. So nehmen beide Tiere langsam den Geruch des anderen an und gewöhnen sich an die Gesellschaft. Das Einstreu sowie das Sandbad sollte man während der ganzen Zeit nicht austauschen, um die Geruchsbildung nicht zu verzögern.
Halten die Aggressionen am Gitter an, kann man zB das Futter beidseitig in Gitternähe streuen, damit die Tiere sich dort begegnen und abgelenkt sind. Ein gutes Zeichen für das Gelingen einer VG sind neugieriges Beschnuppern am Gitter und die Nutzung des Nestes, welches die andere Maus gebaut bzw vorher genutzt hat.
Über die Dauer einer VG kann man keine genauen Angaben machen, denn sie kann von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Wochen dauern – ein genaues Beobachten und Einschätzen der Tiere ist hier ausschlaggebend für weitere Schritte. Das Urteil eines erfahrenen Halters ist hier sinnvoll, daher wenden Sie sich gerne an uns, den Nagerschutz.
Hat man den Eindruck, dass die Rennmäuse lange genug im Trenngitter gesessen haben, gibt es zwei Möglichkeiten, wie man weiter verfährt. Als erstes gibt es die Zusammenführung auf neutralem Boden. Geeignet hierfür ist besonders die (trockene!) Badewanne oder ein kleiner übersichtlicher Raum, wo man die beiden Partner stets im Auge halten kann. In der Badewanne oder einem gefliesten Raum sollten Tücher oder Laken ausgelegt werden, damit die Tiere besser laufen können und sich nicht erkälten. Für den Halter sollten dicke Handschuhe und ggf. eine Wassersprühflasche bereitliegen.
Nun setzt man beide Tiere gleichzeitig in die Wanne und beobachtet sie dabei ständig. So lange sich die Tiere beschnuppern, an fiepen oder auch jagen, sollte man nicht eingreifen, denn dieses Verhalten dient zur Abklärung der Rangfolge. Erst wenn sie sich „kugeln“, also ineinander verbeißen, muss man sie trennen. Dazu nutz man die bereitgelegten Handschuhe (im Beißrausch ist den Tieren egal, ob sie die andere Maus beißen oder einen Finger) und, sollten die Tiere nicht voneinander ablassen, die Blumenspritze. Durch die kalte Dusche lassen sich die Renner dann meist trennen (Achtung, Erkältungsgefahr! Nach einer solchen Dusche dürfen die Tiere keinen Zug abbekommen und sollten ein Sandbad zur Felltrocknung bekommen!), auch wenn dies die letzte Möglichkeit darstellen sollte.
Wenn sich die Tiere nach fiepen, jagen und beschnüffeln mehr oder weniger ignorieren, kann man es wagen, sie gemeinsam auf eine Seite des Trenngitters zu setzen. Eine genaue Beobachtung des Verhaltens ist hier natürlich Pflicht, um im Zweifel eingreifen zu können.
„Kugeln“ sich die zwei immer wieder, sollte man sie für weitere Tage getrennt im Trenngitter aneinander gewöhnen. In wenigen Fällen kann es aber sein, dass sich zwei Tiere einfach „nicht riechen können“ und man für beide einen neuen Partner suchen muss.
Ist die Zusammenführung aber geglückt, kann man die Tiere nach und nach an mehr Platz und Einrichtung gewöhnen. Dazu verrutscht man jeden Tag das TG um ein paar Zentimeter, bis man es ganz herausnehmen kann. Dann setzt man die Tiere in ihr eigentliches Gehege und gibt nach und nach auch alle gewünschten Einrichtungsgegenstände wie Laufrad und Höhlen hinzu. Auch hier sollte man die Tiere gründlich beobachten und im Zweifel noch einmal kleiner setzen oder Gegenstände entfernen.
Hat man keine Möglichkeit, die Tiere auf neutralem Boden zusammenzusetzen, kann man auch zur Kleinraummethode greifen. Sie funktioniert zwar ähnlich wie die Panikbox, ist aber als anschließende Zusammenführung nach dem TG eine durchaus sinnvolle Methode, da die Tiere bereits ein wenig aneinander gewöhnt sind.
Für diese Methode richtet man eine kleine Transportbox ein, die nur wenig Streu enthält. Dann setzt man die Tiere nach ihrer Zeit im Trenngitter in diese Box und wartet ab. Wie auf neutralem Boden auch gelten hier die Regeln, fiepen, jagen (sofern möglich) und schnuppern sind in Ordnung, aber „kugeln“ darf nicht zugelassen werden und die Tiere müssen ggf noch ein paar Tage zurück ins TG.
Kommt es zu keiner Beißereien, lässt man die Tiere etwa einen Tag (unter ständiger Beobachtung und natürlich mit Futter und Wasser) in der kleinen Box. Schlafen sie zusammengekuschelt und fressen gemeinsam, kann man nun genauso vorgehen wie nach der Begegnung auf neutralem Boden (gemeinsam auf eine Seite des TGs, dann langsam mehr Platz und Einrichtung anbieten).
Kleinraummethode
Unter bestimmten Umständen kann die Kleinraummethode auch als alleinige Möglichkeit der VG herangezogen werden. Dies bietet sich zB an, wenn ein sehr junges Tier (8-10 Wochen) mit einem älteren zusammengeführt werden soll. Da die junge Maus noch keinen ausgeprägten Eigengeruch hat, wird sie meist vom älteren Tier problemlos angenommen. Diese Methode sollte aber Haltern mit viel Erfahrung in der Deutung vom Sozialverhalten vorbehalten bleiben – eine junge Maus hat einem ausgewachsenen Tier nicht viel entgegenzusetzen und kann schwer verletzt oder gar getötet werden!
Im Zweifel probiert man lieber erst das TG aus und kann so mögliche Aggressionen schneller erkennen, ohne dass die Tiere einander schaden.
Fazit
Setzen Sie niemals zwei fremde Rennmäuse, auch wenn sie verwandt sind, einfach so zusammen! Eine VG ist zwar zeitaufwendig, rettet aber Leben und führt fast immer zum Erfolg. Wenn Sie Zweifel haben, eine VG durchzuführen, stehen wir vom Nagerschutz gerne beratend zur Seite oder führen auch eine VG für Sie durch. Scheuen Sie sich nicht vor dieser Aufgabe, den Ihr neues Rennmausteam wird es Ihnen danken!
(c) Nagerschutz - Autorin Britta Suhre
Weitere Infos zur Rennmaus-VG: Nager-Info und rennmaus.de
Allgemeines
Eine Vergesellschaftung (VG) kann aus den verschiedensten Gründen notwendig sein. Neben dem Tod eines Tieres und der Anschaffung eines neuen Partners für das verbleibende Tier kann auch ein geglückter Ausbruch aus dem Gehege und eine längere Trennung dazu führen, dass sich Rennmäuse, die bisher zusammen lebten, nicht mehr erkennen.
Aber warum muss man überhaupt vergesellschaften? Der Grund dafür liegt im „Sippengeruch“ der Rennmäuse – eine zusammenlebende Gruppe hat einen ganz eigenen Geruch, über den die Tiere in der freien Wildbahn ihre Familie von Fremden unterscheiden können. Ein anderer Geruch (der sich zB durch Tierarztbesuche mit nur einem Tier zum Teil innerhalb weniger Stunden verändern kann) führt zur Revierverteidigung und die fremde Maus wird verbissen. In freier Natur kann das Tier meist flüchten, aber im abgegrenzten Gehege führt eine solche Revierstreitigkeit fast immer zum Tod des unterlegenen Tieres, wenn der Besitzer nicht früh genug eingreift.
Am Erfolgversprechendsten sind VGs im Verhältnis 1:1. Das Alter der Tiere spielt dabei weniger eine Rolle, auch wenn ein altes und ein sehr junges Tier oft einfacher zusammenzuführen sind, als zwei alte Tiere. Abstand hingegen sollte man davon nehmen, in eine bestehende Gruppe (also ab 2 Tiere) weitere Mäuse zu integrieren. Dies KANN funktionieren, aber in Gruppen mit mehr als 2 Mitgliedern besteht immer die Gefahr, dass sie wieder auseinander bricht, oder die VG scheitert im Vorhinein und im schlimmsten Fall hat sich die bestehende Gruppe durch den Stress zusätzlich zerstritten, so dass man mehrere Einzelmäuse hat.
Methoden
Zur Vergesellschaftung gibt es verschiedene Methoden, die mehr oder weniger geeignet sind. Im Folgenden wird auf folgende Methoden eingegangen:
* Panikbox (nicht geeignet)
* VG mit Duftstoffen (nicht geeignet)
* Panikerzeugung (nicht geeignet)
* Trenngittermethode
* Kleinraummethode
Panikbox
Panikbox bedeutet, dass man die zu vergesellschaftenden Tiere gemeinsam in eine kleine Box (z.B. Transportbox) setzt, mit viel Streu und wenig Bewegungs- und Ausweichmöglichkeiten, und hofft, dass sie durch die ungewohnte Situation „vergessen“, dass der andere fremd ist.
Als alleinige Methode ist von der Panikbox Abstand zu nehmen. Die Tiere stehen unter hohem Stress und es besteht immer die Gefahr, dass sich die Mäuse beißen und schwere Verletzungen davontragen.
Duftstoffe
Da der Geruch der einzelnen Tiere die entscheidende Rolle bei einer Zusammenführung spielt, könnte man meinen, sie mit einer Parfum-“dusche“ oder anderen Gerüchen, die man auf das Fell aufbringt, austricksen zu können. Das kann zwar funktionieren, fällt aber aufgrund des empfindlichen Geruchssinns von Rennmäusen eindeutig unter Tierquälerei und ist keine Garantie, dass sich nicht doch Beißereien einstellen, sobald der Geruch wieder verflogen ist.
Panikerzeugung
Ähnlich wie bei der Panikbox wird hier davon ausgegangen, dass Stress und eine ungewohnte Situation die Tiere davon abhält, sich zu beißen. Auf die Möglichkeiten der Stresserzeugung möchten wir hier nicht näher eingehen, um Nachahmer nicht anzuregen. Eine vorsätzliche Stresserzeugung ist Tierquälerei und sollte daher als VG-Methode nicht in Betracht gezogen werden.
Trenngitter
Die VG im Trenngitter (TG) ist die sinnvollste, stressfreieste und erfolgversprechendste Methode für die Zusammenführung. Dazu braucht man ein kleines Aquarium oder ein anderes geeignetes Gehege, welches in der Mitte durch ein Gitter geteilt wird. Das Aquarium sollte insgesamt nicht größer als 60cm sein, damit die Tiere sich möglichst oft am Gitter begegnen.
Das Gitter selbst muss natürlich vollkommen ausbruchssicher sein, damit es nicht zu ungeplanten Konfrontationen kommen kann. Außerdem ist es sinnvoll, das Gitter möglichst engmaschig zu gestalten, damit beispielsweise der Schwanz des einen Tieres nicht hindurchrutscht und vom Gegenüber gebissen wird.
Die Einrichtung während der VG sollte möglichst spärlich sein: wenig Einstreu, etwas Nistmaterial, Futter, Wasser und ein kleines Sandbad zur Fellpflege.
Sind die Vorbereitungen getroffen, können die beiden Tiere jeweils auf einer Hälfte des Geheges einziehen. Aggressionen am Gitter sind in dieser Phase normal, dürfen aber nicht zu Verletzungen führen (wegen zu große Löcher im Gitter).
Nun tauscht man 1-2 Mal am Tag die Seiten, also Maus A zieht auf Seite B, und umgekehrt. So nehmen beide Tiere langsam den Geruch des anderen an und gewöhnen sich an die Gesellschaft. Das Einstreu sowie das Sandbad sollte man während der ganzen Zeit nicht austauschen, um die Geruchsbildung nicht zu verzögern.
Halten die Aggressionen am Gitter an, kann man zB das Futter beidseitig in Gitternähe streuen, damit die Tiere sich dort begegnen und abgelenkt sind. Ein gutes Zeichen für das Gelingen einer VG sind neugieriges Beschnuppern am Gitter und die Nutzung des Nestes, welches die andere Maus gebaut bzw vorher genutzt hat.
Über die Dauer einer VG kann man keine genauen Angaben machen, denn sie kann von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Wochen dauern – ein genaues Beobachten und Einschätzen der Tiere ist hier ausschlaggebend für weitere Schritte. Das Urteil eines erfahrenen Halters ist hier sinnvoll, daher wenden Sie sich gerne an uns, den Nagerschutz.
Hat man den Eindruck, dass die Rennmäuse lange genug im Trenngitter gesessen haben, gibt es zwei Möglichkeiten, wie man weiter verfährt. Als erstes gibt es die Zusammenführung auf neutralem Boden. Geeignet hierfür ist besonders die (trockene!) Badewanne oder ein kleiner übersichtlicher Raum, wo man die beiden Partner stets im Auge halten kann. In der Badewanne oder einem gefliesten Raum sollten Tücher oder Laken ausgelegt werden, damit die Tiere besser laufen können und sich nicht erkälten. Für den Halter sollten dicke Handschuhe und ggf. eine Wassersprühflasche bereitliegen.
Nun setzt man beide Tiere gleichzeitig in die Wanne und beobachtet sie dabei ständig. So lange sich die Tiere beschnuppern, an fiepen oder auch jagen, sollte man nicht eingreifen, denn dieses Verhalten dient zur Abklärung der Rangfolge. Erst wenn sie sich „kugeln“, also ineinander verbeißen, muss man sie trennen. Dazu nutz man die bereitgelegten Handschuhe (im Beißrausch ist den Tieren egal, ob sie die andere Maus beißen oder einen Finger) und, sollten die Tiere nicht voneinander ablassen, die Blumenspritze. Durch die kalte Dusche lassen sich die Renner dann meist trennen (Achtung, Erkältungsgefahr! Nach einer solchen Dusche dürfen die Tiere keinen Zug abbekommen und sollten ein Sandbad zur Felltrocknung bekommen!), auch wenn dies die letzte Möglichkeit darstellen sollte.
Wenn sich die Tiere nach fiepen, jagen und beschnüffeln mehr oder weniger ignorieren, kann man es wagen, sie gemeinsam auf eine Seite des Trenngitters zu setzen. Eine genaue Beobachtung des Verhaltens ist hier natürlich Pflicht, um im Zweifel eingreifen zu können.
„Kugeln“ sich die zwei immer wieder, sollte man sie für weitere Tage getrennt im Trenngitter aneinander gewöhnen. In wenigen Fällen kann es aber sein, dass sich zwei Tiere einfach „nicht riechen können“ und man für beide einen neuen Partner suchen muss.
Ist die Zusammenführung aber geglückt, kann man die Tiere nach und nach an mehr Platz und Einrichtung gewöhnen. Dazu verrutscht man jeden Tag das TG um ein paar Zentimeter, bis man es ganz herausnehmen kann. Dann setzt man die Tiere in ihr eigentliches Gehege und gibt nach und nach auch alle gewünschten Einrichtungsgegenstände wie Laufrad und Höhlen hinzu. Auch hier sollte man die Tiere gründlich beobachten und im Zweifel noch einmal kleiner setzen oder Gegenstände entfernen.
Hat man keine Möglichkeit, die Tiere auf neutralem Boden zusammenzusetzen, kann man auch zur Kleinraummethode greifen. Sie funktioniert zwar ähnlich wie die Panikbox, ist aber als anschließende Zusammenführung nach dem TG eine durchaus sinnvolle Methode, da die Tiere bereits ein wenig aneinander gewöhnt sind.
Für diese Methode richtet man eine kleine Transportbox ein, die nur wenig Streu enthält. Dann setzt man die Tiere nach ihrer Zeit im Trenngitter in diese Box und wartet ab. Wie auf neutralem Boden auch gelten hier die Regeln, fiepen, jagen (sofern möglich) und schnuppern sind in Ordnung, aber „kugeln“ darf nicht zugelassen werden und die Tiere müssen ggf noch ein paar Tage zurück ins TG.
Kommt es zu keiner Beißereien, lässt man die Tiere etwa einen Tag (unter ständiger Beobachtung und natürlich mit Futter und Wasser) in der kleinen Box. Schlafen sie zusammengekuschelt und fressen gemeinsam, kann man nun genauso vorgehen wie nach der Begegnung auf neutralem Boden (gemeinsam auf eine Seite des TGs, dann langsam mehr Platz und Einrichtung anbieten).
Kleinraummethode
Unter bestimmten Umständen kann die Kleinraummethode auch als alleinige Möglichkeit der VG herangezogen werden. Dies bietet sich zB an, wenn ein sehr junges Tier (8-10 Wochen) mit einem älteren zusammengeführt werden soll. Da die junge Maus noch keinen ausgeprägten Eigengeruch hat, wird sie meist vom älteren Tier problemlos angenommen. Diese Methode sollte aber Haltern mit viel Erfahrung in der Deutung vom Sozialverhalten vorbehalten bleiben – eine junge Maus hat einem ausgewachsenen Tier nicht viel entgegenzusetzen und kann schwer verletzt oder gar getötet werden!
Im Zweifel probiert man lieber erst das TG aus und kann so mögliche Aggressionen schneller erkennen, ohne dass die Tiere einander schaden.
Fazit
Setzen Sie niemals zwei fremde Rennmäuse, auch wenn sie verwandt sind, einfach so zusammen! Eine VG ist zwar zeitaufwendig, rettet aber Leben und führt fast immer zum Erfolg. Wenn Sie Zweifel haben, eine VG durchzuführen, stehen wir vom Nagerschutz gerne beratend zur Seite oder führen auch eine VG für Sie durch. Scheuen Sie sich nicht vor dieser Aufgabe, den Ihr neues Rennmausteam wird es Ihnen danken!
(c) Nagerschutz - Autorin Britta Suhre
Weitere Infos zur Rennmaus-VG: Nager-Info und rennmaus.de
| Bitte beachten: Diese Texte wurden von erfahrenen Vergesellschaftern nach besten Wissen und Gewissen verfasst. Jedoch gibt es auch bei der Vergesellschaftung von Nagetieren (wie auch in der gesamten Haustierhaltung) keine Pauschalisierungen. Jedes Tier ist anders, verhält sich anders. Durch unterschiedliche Charaktere der kleinen Fellnasen zeigt auch jede VG einen anderen Verlauf. Deshalb raten wir Anfängern (jeder hat mal angefangen), wenn möglich, auf Unterstützung zurück zu greifen. |
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